Direkt zum Inhalt

Die neue Mobilität

Unser CEO über Megatrends

zurück zur IAA

Elektrifizierung und Shared Mobility: Darum verändert sich unsere Mobilität

Von: Johannes Roters, CEO bei Yanfeng Automotive Interiors

Elektrifizierung und Shared Mobility verändern grundlegend, wie wir unsere Fahrzeuge nutzen – vom Entwurf bis hin zur Straße.

Die Auswirkungen von Treibhausgasen für die Umwelt ist weltweit ein viel diskutiertes Thema. In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche internationale Konferenzen und Abkommen, die zum Ziel hatten, die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern. Die vielleicht bedeutendste Art, wie Verbraucher zu diesen Bemühungen beitragen können: ihre Fahrgewohnheiten zu ändern. Sei es durch eine stärkere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder durch E-Mobilität. Beide Themen werden durch die aktuellen Diskussionen über Dieselfahrzeuge und ihre Emissionen weiter angefeuert. Vor allem die Elektrifizierung unserer Mobilität ist seither in aller Munde.

Die Auswirkung der Elektrifizierung

Nach Statistiken der Europäischen Union und der Vereinten Nationen machen die Emissionen des Transportwesens ein Viertel aller Treibhausgasemissionen weltweit aus. Der Einsatz von E-Mobilen wäre hier eine der einfachsten Lösungen, um diese Umweltauswirkung einzugrenzen.

Durch großzügige staatliche Förderung für Elektro-Umsteiger in vielen Ländern nimmt der Absatz von E-Fahrzeugen langsam Fahrt auf. Je länger dieser Trend anhält und wächst, desto mehr steigt auch die Nachfrage nach günstigeren und effizienteren Lösungen für E-Mobilität. Hier kommen leichtgewichtige und nachhaltige Materialien ins Spiel. Reichweitenbeschränkungen sind bisher eine der größten Herausforderungen für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Automobilhersteller sind daher auf der Suche nach immer leichteren Bauteilen. Denn leichtere Fahrzeuge verbrauchen weniger Energie und benötigen daher kleinere und günstigere Batterien, um die gleiche Strecke wie schwerere Autos zurückzulegen.

Da allerdings die Automobilproduktion auch Auswirkungen auf die Umwelt hat, erwägen die Hersteller zudem nachhaltige Materialien. Recyceltes Gummi und Metall sind zwar nichts Neues in der Branche, neue Interieur-Innovationen eröffnen dennoch neue Möglichkeiten. Durch den Einsatz nachhaltiger Leichtbau-Strukturen – zum Beispiel Armaturenbretter, Türinnenverkleidungen oder andere Teile der Innenraumausstattung aus Fasern oder recyceltem Plastik – können Hersteller sowohl Gewicht reduzieren als auch ihren CO2-Fußabruck verkleinern.

Der Aufstieg von Shared Mobility

Shared Mobility, also Konzepte wie Carsharing oder flexible Leihmodelle, bieten ebenfalls einen Lösungsansatz für die Umwelt. Neue Chauffeurservices wie Uber, Lyft oder MyTaxi haben die Taxibestellung aufs Smartphone gebracht. Mit dem Aufstieg von Anbietern wie Car2Go und DriveNow ist vor allem in Großstädten auch Carsharing im Mainstream angekommen.

Diese Geschäftsmodelle verändern die Automobilindustrie maßgeblich. Wären da nicht zwei Faktoren, die die volle Annahme neuer Konzepte durch die Autobranche hemmen: Kosten und Funktion. Kosten sollten bald kein Thema mehr sein, sobald Autos effizient und speziell für diese Zwecke entworfen werden. Bisher mussten Hersteller Autos entwickeln, die bei einer möglichst breiten Masse von potenziellen Käufern Anklang finden. Ohne starre, individuelle Besitzmodelle können Automobile für eine spezifische Nutzung entworfen werden. Schon am Zeichenbrett sind Designer in der Lage, spezielle Eigenschaften zu definieren. Das sind zum Beispiel ein versenkbares Lenkrad für autonome oder teilautonome Fahrzeuge, einfach zu reinigende Oberflächen für einen Shuttle oder passende Lichtstimmungen für private Robotaxis. Einer aktuellen Studie eines Beratungshauses zufolge könnten solche für einen speziellen Nutzen entworfene Fahrzeuge bis zu 25 Prozent weniger kosten.

Der Nachfrage nach Funktionen kann ebenfalls mit Design für die Nutzungsszenarien entsprochen werden. Unabhängig davon, ob ein Verbraucher ein Fahrzeug besitzt oder nicht, will er sich darin zuhause fühlen. Flexible und anpassbare Innenräume lassen Fahrer und Passagiere alle erdenklichen Aspekte des Fahrerlebnisses anpassen. Durch eine einfache Anmeldung oder Synchronisierung mit dem Smartphone können zum Beispiel die bevorzugten Einstellungen direkt ins Fahrzeug geladen werden. Intelligente Oberflächen, so genannte Smart Surfaces, und nutzerfreundliche Mensch-Maschine-Interfaces erlauben eine einfache Steuerung durch Berührung – sei es zum Dimmen des Lichts, Ändern der Musik oder Regulierund der Klimaanlage. Flexible Innenräume mit vielfältigen Stauraum-Lösungen machen aus einem schlichten Fahrzeug einen Meetingraum oder eine bequeme Lounge.

Allein schon unter Umweltgesichtspunkten wird sich unser Mobilitätserlebnis weiterentwickeln müssen. Die spannenden neuen Entwicklungen und Innovationen dieser Evolution werden aber nicht nur der Umwelt zugutekommen, sondern auch unserer Lebensqualität.